EFG Glauchau und Meerane

Die Freude am Herrn ist unsere Stärke

Segen durch Krisenzeiten

Esra und Nehemia

Esra und Nehemia. Die beiden waren ein kongeniales Duo in einer der schwierigsten Zeiten Israels. Nehemia war Statthalter von Jerusalem und Esra Priester. Israel wurde von den Großmächten der Babylonier und der Assyrer nicht nur mitsamt seiner Hauptstadt Jerusalem und dem Tempel zerstört, sondern es wurden auch die Elite, die Leitungsfiguren, die Großhändler und geistliche Autoritäten des Landes in die Städte der Großmächte verschleppt und umgesiedelt. Viele von ihnen bauten sich ein neues Leben in der Fremde auf und haben sich eingerichtet.

Vom Mundschenk zum Baumeister

Einige Jahre später ist Nehemia Mundschenk von König Artaxerxes. Er lässt sich von Freunden berichten, wie es in Jerusalem aussieht und den Menschen dort geht. Er ist entsetzt: den Menschen geht es schlecht, sie sind mutlos und ohne Gottvertrauen; Jerusalem ist noch immer zerstört und die Stadtmauer nicht wieder aufgebaut.

Er betet und fastet. Und schließlich bittet er den König, dass er ihn nach Jerusalem sende, um hier einiges voran zu bringen. Und er schafft es, dass der König ihn mit den nötigen Reisedokumenten (durch die untergebenen Länder) und Baumaterialien ausstattet. Der König sendet ihn schließlich für eine bestimmte Zeitspanne nach Jerusalem.

Zusammen mit Esra baut er Jerusalem mit der Stadtmauer wieder auf und bewirkt religiöse Reformen. So kommt es, dass sie nach dem Bau einen Gottesdienst feiern und Nehemia und Esra aus dem Gesetz und den Propheten vorlesen – denn sie wissen schon, bei wem sie sich bedanken müssen. Nach 4-5 Stunden Predigt und Vorlesungen würden uns wahrscheinlich die Augen zufallen. Doch damals ist es den Menschen wie Schuppen von den Augen gefallen. Sie sind entsetzt und betrauen ihr Verhalten, werden traurig über ihren Umgang mit Gott und untereinander und tun Buße.

Gott ist stark in unserer Schwäche

Nehemia, der Statthalter, und Esra, der Priester und Schriftgelehrte, und die Leviten, die das Volk unterwiesen, sprachen zu allem Volk: Dieser Tag ist heilig dem HERRN, eurem Gott; darum seid nicht traurig und weint nicht! Denn alles Volk weinte, als sie die Worte des Gesetzes hörten.

Darum sprach er zu ihnen: Geht hin und esst fette Speisen und trinkt süße Getränke und sendet davon auch denen, die nichts für sich bereitet haben; denn dieser Tag ist heilig unserm Herrn. Und seid nicht bekümmert; denn die Freude am HERRN ist eure Stärke.

(Nehemia 8,9-10 – die Bibel nach der Lutherübersetzung)

Im Bibeltext heißt es: „Denn alles Volk weinte, als sie die Worte des Gesetzes hörten.“ Das ist es, was nur Gott schenken kann. Ich will ehrlich sein: ich weiß nicht, ob ich mir so etwas wünschen möchte. Und doch ist es so: Wer eine Begegnung mit Gott hat, der sieht sich im Lichte Gottes – und wo Licht ist, da ist auch Schatten – die eigenen Schattenseiten. Doch Nehemia wird deutlich: Weint nicht, freut euch, Esst fette Speisen. Die Freude am Herrn ist eure Stärke. Die Nachrichten von Gott sind gute Nachrichten.

Dazu ruft Nehemia auf. Freut euch im Namen Gottes und lasst es euch gut gehen. Denn das ist doch ein Ausdruck des vollkommenen Vertrauens Gott gegenüber: in seinem Namen zu feiern, weil man weiß, Gott sorgt für mich. Was nützt alles Sorgen und sich Mühen – es ist doch nur ein Ausdruck davon, dass ich mein Leben in meiner Hand habe.

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