EFG Glauchau und Meerane

Mache dich auf, werde licht!

Licht, Photographer Jörg Trampert pixelio.de

Licht, Photographer Jörg Trampert pixelio.de

Auf Weihnachten vorbereitet

Alle Zimmer sind geschmückt, der Adventskranz ist fertig, die Pyramide aufgestellt und die Räuchermännchen haben ihren Platz gefunden. Der Advent kann kommen – bei uns zumindest.

Die dunkle Jahreszeit ist häufig auch eine Zeit der Verdrängung – überall ist Jahrmarktstimmung, es ertönt fröhliche Musik helles Licht. Und viele machen sich auf, um noch die notwendigen Weihnachtsgeschenke zu kaufen.

Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir!

(Jesaja 60,1 – die Bibel)

Licht verdrängt die Finsternis

„Mache dich auf, werde licht“ – das ist eine ungewöhnliche Aufforderung. Diese Herausforderung bedeutet nicht die Lichterkette anzubringen und den Lichtschalter anzuknipsen, sondern selbst, als Person, hell zu werden. Dieses Wort traf auf Menschen, die am Boden zerstört und niedergefallen sind. Dieses Wort traf Menschen in denen es dunkel geworden war.

Auf Hebräisch ist dieses Wort eine Aufforderung an eine Frau. Alle Befehlsformen des Textes sind weiblich, denn Zion (Jerusalem), der Stadt Gottes, wird gesagt: „Steh auf! Werde hell!“. Das ist keine flapsige Redeweise nach dem Motto: „Kopf hoch, es wird schon wieder.“ Ganz im Gegenteil: Gott kommt persönlich, damit es wieder hell wird. Du, Jerusalem, sollst aufstehen und erstrahlen und die Jungfrau Babylon soll herabsteigen und sich in den Staub setzen (vgl. Jesaja 47,1). Das Licht verdrängt die Finsternis.

Gott macht sich auf den Weg

Dein Licht kommt! Was da tiefgreifende Veränderung bewirkt, ist mehr als etwas Schein. Es geht nicht um etwas Stimmungsaufhellung, obwohl viele dafür schon manches geben würden. Es geht darum, dass Gott selbst sich aufmacht. Gott macht sich auf den Weg. Er kommt!

Johann-Hinrich Wichern hat in Hamburg das „Rauhe Haus“ gegründet, wo die rauhen Gesellen und Kinder von der Straße ein neues Heim bekommen sollten. Damit vor allem die Kinder die Botschaft von Weihnachten begreifen und erfassen konnten, bastelte er im Jahr 1833 den ersten Adventskranz: 4 große weiße Kerzen, und 20 kleine rote Kerzen. An jedem Tag im Dezember sollte ein Licht entzündet werden, damit am 4. Advent dann alle Kerzen brennen.

Jesus ist das Licht der Welt

In der dunkelsten Jahreszeit (zumindest in Nordeuropa) – haben die Lichter eben eine besondere Bedeutung. Sie machen es schön hell, gemütlich und erinnern uns daran: Genauso hat Jesus die Welt erhellt. In ihm kommt Gott zu Welt. Ihm war der Alltag der Menschen nicht egal, sondern er wollte ihn mit den Menschen teilen und sie aus ihrer Verstrickung heraus erlösen. An jedem Tag im Advent wird es ein wenig heller – Gott kommt zu seiner Welt.

Als Christen glauben wir, dass das Licht der Welt gekommen ist. Jesus Christus verkörpert die Herrlichkeit Gottes. Mit ihm soll allen Menschen ein Licht aufgehen. Die Finsternis ist durch ihn verdrängt. Er hat die Dunkelheit überboten. Jesus kann es im Herzen hell machen. Mit ihm kann ich zu einem neuen Leben aufstehen. Aufrecht und hell. Was wäre das für eine Adventszeit, in der es nicht nur um mich herum hell wird, sondern auch in mir. Und durch mich in anderen. Werde licht, denn Christus kommt!